Vom Bauerndorf
zum Stadtquartier

Geschichte Albisriedens

Um 820 wurde Albisrieden als Bestandteil des Grossmünsterbesitzes erstmals erwähnt. Damals war es wahrscheinlich nur ein kleiner Weiler.
Rechtlich unterstand Albisrieden seit jeher einem Reichsvogt, der aber seine Befugnisse weiterverlieh. So hatte z.B. das Rittergeschlecht der «Mülner» zuletzt diese Befugnisse inne. 1255 verkauften sie aber das Dorf an das Grossmünsterstift.

Um 1270: Bau der ersten Kapelle.

Diese war den Heiligen Ulrich und Konrad geweiht. Davor stand die Gerichtslinde. Zweimal im Jahr kam der Probst des Grossmünsters hoch zu Ross und hielt hier das «Niedere Gericht».
Die Reformation änderte nur wenig. Die Zehnten mussten weiterhin bezahlt werden. Neu war nur, dass die Albisriederinnen und Albisrieder nicht mehr ins Grossmünster zur Kirche gehen mussten, und dass sonntags ein Prädikant des Grossmünsters nach Albisrieden beordert wurde. 1526 gelangten die hohen und niederen Gerichte an die Stadt Zürich, die Albisrieden bis 1798 der Obervogtei Wiedikon unterstellte.
1678 wurde die Kapelle zur Kirche erweitert und mit einem kräftig wirkenden Turm versehen.

Brand und Besetzung

Böse Zeiten erlebte Albisrieden während des Sempacher- (1386) und des Alten Zürichkrieges (1443), als das ganze Dorf niedergebrannt wurde. 1799 litt es unter der monatelangen Besatzung durch die französischen Truppen unter General Masséna. Im Hungerjahr 1816/17 wurde das Kirchlein wegen Baufälligkeit abgebrochen und durch die heutige klassizistische Dorfkirche ersetzt. 1866 endete das Filialverhältnis zum Grossmünster und Albisrieden wurde zur selbständigen Kirchgemeinde erhoben.

Wirtschaftliches                           

Albisrieden war ein stattliches Bauerndorf mit etwa 40 Höfen. Der älteste Gewerbebetrieb war seit 1230 die Mühle. Schon 1850 war die Zahl der Handwerkerinnen und Handwerker, Fabrikarbeiterinnen und - arbeiter sowie derjenigen, die Handel trieben, grösser als jene der Landwirte.
Eine grössere Rolle spielte auch die Heimindustrie. Für die Seidengazefabrik der Familie Wydler in der Enge wurde in verschiedenen Bauernhäusern Seide gewunden. Ein solches Gerät ist heute noch im Ortsmuseum zu besichtigen.
Um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert entstanden viele Grossgärtnereien, die das Dorf prägten.

Industrie

Nebst der 1861 eröffneten Farbholzmühle oben im Dorf gab es eine Öl- und eine Gewürzmühle. Sie sind aus dem Dorfbild verschwunden, wie auch die Zündholzfabrik, die Dampfbrennerei Dennler (sie gab der Dennlerstrasse den Namen), die Automobilfabrik Arbenz, die Pianofabrik Rohrdorf, die Gasmotorenfabrik Deutz, die Sortierwerke und Kunstwollfabrik Möschinger (Bild des Besitzers im obersten Stock des Museums), die Zeltli- und Bisquitfabrik Rosenberger sowie die Union Kassenfabrik. Ihre Tore ebenfalls geschlossen haben die Eisenkonstruktionsfirma Schäppi, die PROTOS-Telefonwerke, das Albiswerk und das Hammerwerk Stoss. Auch das 1927 errichtete Zollfreilager hat 2015 einer Grossüberbauung Platz gemacht.

Die Industrie in Albisrieden ist heute gänzlich verschwunden. Der grösste Arbeitgeber in Albisrieden ist die SIEMENS.

Schule

Seit 1627 besteht in Albisrieden eine Schule, der ursprüngliche Ort ist unbekannt. Von 1686 bis 1808, also während 122 Jahren, wurde an der Albisriederstrasse im Haus des Schneiders Mathys Schule gehalten (Albisriederstrasse 366, gegenüber Elektro Brosi). Laut Vertrag durfte nichts verändert werden. Die Kinder hatten zuhause mitzuarbeiten. 1694 wurden deshalb die Nacht- und 1779 die Repetierschule eingerichtet. 
1807 schenkte das Grossmünsterstift den Platz für ein grösseres Schulhaus neben dem Kratz (heute Werkplatz ERZ). Dieses Schulhaus konnte 1808 eingeweiht werden. 1895 wurde das Schulhaus Triemli A (heute MKZ) gebaut.
Die Sekundarschule wurde seit 1839 in Altstetten geführt. 1902 wurde in Albisrieden im alten Schulhaus von 1808, das später als Gemeindehaus gebraucht worden war, eine eigene Sekundarschule eingerichtet.
1934 wurde im Hinblick auf die Eingemeindung das Schulhaus «In der Ey» errichtet, 1945 Triemli C, 1946 Utogrund, 1955 Untermoos. 1956 kam schliesslich noch das Sekundarschulhaus Letzi dazu und 1968 das Schulhaus Altweg.

Aufgrund der grossen Bautätigkeit und der damit verbundenen steigenden Kinderzahlen wird zusätzlicher Schulraum benötigt. 2022 wurde die Schule Freilager eröffnet. In Realisierung sind die Erweiterung der Schulanlagen In der Ey, Triemli und Utogrund. Um die Zeit bis zur Eröffnung der neuen Schulanlagen zu überbrücken, werden auf diversen Schulanlagen provisorische Schulpavillons aufgebaut. 
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